Parodontitis

Hier geht es nicht nur um Ihre Zähne – es geht um viel mehr!

Die Parodontitis ist eine Entzündung des Zahnhalteapparates und wird durch bestimmte Bakterien verursacht. Mittlerweile ist diese Erkrankung bei Erwachsenen die häufigste Ursache für den Zahnverlust, bei den über 35-Jährigen ist bereits etwa jeder Zweite davon betroffen.

Volkskrankheit

Die letzte große in Deutschland durchgeführte Mundgesundheitsstudie DMS IV im Jahr 2005 hat eindrücklich gezeigt, dass chronische Infektionen wie die Parodontitis heute zu den am weitesten verbreiteten oralen Erkrankungen beim Erwachsenen zählen.

Danach kann die Parodontitis heute als Volkskrankheit betrachtet werden, denn sie ist die Hauptursache für Zahnverlust. Mit rund 50% einer mittelschweren Form und 20 % einer schweren Form der Parodontitis in der Gruppe der Erwachsenen (Alter von 35 – 44 Jahre), kann von einem extrem hohen Vorkommen dieser Erkrankung gesprochen werden. Noch deutlicher ist das in der Gruppe der Senioren (Alter von 65 – 74 Jahre) zu sehen. Hier liegen parodontale Erkrankungen mittlerer Form bei 48 % und einer schweren Form sogar bei 40 % vor.

Risikofaktoren

Die Parodontitis beginnt oft als Zahnfleischentzündung und verursacht anfangs kaum Beschwerden. Wird sie aber nicht frühzeitig erkannt und effektiv behandelt, schreitet sie weiter fort: Sie kann zum Abbau des Kieferknochens bis hin zum Zahnverlust führen.
Wir wissen heute, dass es eine ganze Reihe von Risikofaktoren gibt, die die Wirksamkeit der natürlichen Schutzmechanismen beeinträchtigen und damit das Risiko für die Entstehung einer Parodontitis erhöhen können. Zu den wichtigsten gehören das Rauchen (9-fach erhöhtes Risiko), ein unbehandelter Diabetes mellitus (fast 4-fach erhöhtes Risiko), psychosozialer Stress, Übergewicht bzw. Mangelernährung sowie eine Reihe genetisch festgelegter (vererbter) Funktionsstörungen des Immunsystems. Aber auch hormonelle Veränderungen (etwa in der Pubertät, während des Menstruationszyklus, der Schwangerschaft oder der Wechseljahre) können die natürlichen Schutzmechanismen so beeinträchtigen, dass ohne eine effektive und regelmäßig durchgeführte Mundpflege eine fortschreitende Zerstörung des Zahnhalteapparates droht.

Parodontitis – Gefahr für Ihre allgemeine Gesundheit

Eine Parodontitis gefährdet aber nicht nur die betroffenen Zähne – es geht um wesentlich mehr: Sie kann Herz-/Kreislauferkrankungen begünstigen und in extremen Fällen sogar Schwangerschaften gefährden.
Wenigen ist bewusst, dass bei einer solchen chronischen Entzündung eine Wundfläche von mehr als 70 cm² entsteht – das entspricht in etwa der Größe einer Handfläche.

Durch diese Wunden im Gewebe können die aggressiven Parodontitisbakterien in den Blutkreislauf und damit in den ganzen Körper gelangen.
Studien haben gezeigt, dass Parodontitis und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems nicht nur gemeinsame Risikofaktoren haben, sondern dass die bei einer unbehandelten Parodontitis in die Blutgefäße eindringenden Bakterien auch Arteriosklerose auslösen können. Dadurch kann eine Parodontitis das Risiko für koronare Herzerkrankungen und damit für einen Herzinfarkt erhöhen und in bereits vorgeschädigten Blutgefäßen das Risiko für einen Schlaganfall verstärken. Die Wechselbeziehungen zwischen Diabetes mellitus und Parodontitis werden bereits seit vielen Jahren untersucht.

Parodontitis

Inzwischen belegt eine Vielzahl klinischer Studien, dass das verstärkte Auftreten von Entzündungen am Zahnhalteapparat nicht nur eine der vielfältigen Komplikationen des Diabetes mellitus darstellt, sondern dass eine unbehandelte Parodontitis auch selbst die Kontrolle bzw. Einstellung des Blutzuckerspiegels massiv erschweren und somit die Folgen einer Zuckerkrankheit verschlimmern kann.
Menschen, bei denen der Hausarzt einen Diabetes mellitus diagnostiziert hat, sollten daher im Rahmen der Behandlung auch unbedingt ihren Zahnarzt konsultieren. Parodontitis ist also keine auf den Mund beschränkte Erkrankung, werden.

Das Tückische an dieser Entzündung

Sie als Patient bemerken meist lange Zeit wenig oder gar nichts davon. Hier geht es zu einem kurzen Parodontitis-Check.